Montag, 20. Juli 2009

Nach dem IRONMAN ist vor dem IRONMAN

Noch ahnt Marlene nichts von all dem! Einzig die vielen Fragen, um Freunde, Adressen von Freunden, Telefonlisten, etc. läßt sie langsam erahnen, DASS da etwas kommen könnte.

Und es kommt was! Mit der Einrichtung dieses Blogs und einer Einladung zu einer virtuellen Geburtstags- und IRONMAN-Reise an alle Freunde und Verwandte, möchten wir diese, möchten wir Euch alle teilhaben lassen: An unserer Freude, unserem Stolz und dann natürlich dem aufwendigen und umfangreichen Vorbereitungen und dem Training von Marlene.

Nachdem ich selbst nach dem IRONMAN in Kärnten 2 volle Woche Trainingspause eingeplant hatte, steht Marlene schon wieder im regenerierenden Training: lockere Läufe, Rad Ausfahrten und Schwimmeinheiten werden schon wieder quer durch den Ambergau abgeschwommen, gestrampelt und gelaufen. Aber noch alles Piano, da bleibt genügend Zeit, um schon in den ersten Reiseunterlagen für Hawaii zu blättern und in Gedanken schon mal die Radstrecke von Kona nach Hawi abzufahren... Hui, die Aufregung steigt!

Als erfahrene Reisepass-Nutzerin (seit Januar diesen Jahres weiss auch ich, dass man Südafrika nur mit diesem bereisen darf) konnte ich nun auch Marlene schon mal für diese Art der Vorbereitung antreiben: "Ohh, ich habe gar keinen Pass, dann muss ich mich da wohl mal kümmern, was?" Sehr gute Idee, sonst müßte im Oktober das Rad allein nach Kona reisen. Da wird noch viel zu bedenken sein auf dem Weg nach Kona, Big Island, Hawaii!






Die (noch) freie (Trainings-)zeit nutzt Marlene auch für eine Nachbetrachtung des Rennens aus Frankfurt. Einige haben diese Zeilen schon per Mail geschickt bekommen und gelesen, für alle anderen Leser hier die Eindrücke und Emotionen vom 5. Juli - einem langen Sommertag am Main:

Ironman/ European Championships Frankfurt 2009

Upppssss - nun bin ich Europameisterin in der AK 55, kein Traum, keine Vision - Realität!

Nachdem das Unternehmen „ Ironman Klagenfurt 2008“ geglückt ist und ich dort trotz Zwischenfall (Sturz von der MassagebankJ) in 14 Std. 49 finishen konnte, habe ich sofort von einer Wiederholung geträumt, allerdings sollte das eigentlich erst 2010 wieder in Klagenfurt sein, also gar keine Frage, ich meldete mich somit nicht direkt an.
Dieses stellte sich dann als großer Fehler heraus, bereits wenige Tage nach dem Finish in Klagenfurt bereute ich diesen Entschluss, nicht nur ich, nein auch Töchterlein Stephanie und Trainingspartner Gero. Wir Drei waren nun doch so infiziert vom“ Virus Triathlon“ und suchten nun nach Alternativen.
Nachdem wir uns dann erst mal damit abgefunden hatten, in 2009 in St. Pölten den 70.3 (halbe IRONMAN Distanz) zu machen, um uns dann über diese Teilnahme automatisch einen Startplatz für 2010 in Klagenfurt zu sichern, klappte es dann doch noch. Als inzwischen Stammkunden bei
Hannes Hawaii Tours haben Gero und ich dann für 2009 den begehrten Startplatz für den Ironman/European Championships 2009 in Frankfurt am 5. Juli bekommen.
Nun hieß es, das Training wieder für auf die Langdistanz planen.
Mein Coach Gerhard Brandl aus Österreich versorgte mich nun wieder wöchentlich mit Trainingsplänen und drüber hinaus aber auch mit vielen wertvollen Verhaltens- und Ernährungstipps. Wenn mal wieder eine Phase der Demotivation auftauchte, das Hirn dem Körper signalisierte: „Warum tue ich mir das an?“, dann waren die Zeilen, die Worte von Gerhard parat, und Freude am und im Training überwiegte.
Außerdem wurde ich bei vielen Lauf- und Rad- Trainingseinheiten wieder von Gero begleitet, der sich ja auch für Frankfurt fit machen musste. Gemeinsam quält es sich besser ! J
Neben Trainingseinheiten auf dem Rad, im Wasser und Wald und Wiese verbrachten wir, vor allem während der Wintermonate, auch so manche Stunde im Hildesheimer „Elan“.
Wir quälten dort vor allem die Fahrradergometer, aber auch Krafteinheiten an den Geräten wurden absolviert, Rumpfstabi- und Bauchtraining kam nicht zu kurz und wir freuten uns dann, wenigstens einmal in der Woche, auf die erholsamen Saunagänge J
Viele Kilometer im Wasser, an Land und, auf dem Rad liegen hinter uns, nach 2008 nun eine zweite Saison mit Vorbereitungen für eine Triathlon Langdistanz den „Ironman“, viele Schweißtropfen sind geflossen. Verstehen kann das nur, wer selbst diesen Sport liebt.

„Wer den Augenblick des Zieleinlaufs bei einem Ironman noch nie erlebt hat, hat viel versäumt in seinem Leben“

Auch diese Aussage kann nur verstehen, wer selbst betroffen ist. Die Empfindungen, Gefühle während des „längsten Tages des Jahres“ im Wasser, auf dem Rad, auf der Laufstrecke sind nicht in Worte zu fassen.

Das Unternehmen „Frankfurt 2009„ rückte näher und die Nervosität stieg, wusste ich ja von 2008, dass ein Finishen möglich ist und nun nach dem Motto „einfach nur durch und ankommen“ an den Start zu gehen, war dann doch zu einfach.
Ein Wettkampf in einigermaßen passabler Zeit sollte es schon werden. Aber wieder, immer wieder diese Gedankengänge: „Wie wird das Wetter, bitte nicht zu kalt, nicht zu warm, kein Gewitter; hält das Rad, was mache ich, wenn ich Reifenpanne habe?„
Ich habe ja leider wieder mal versäumt, den Reifenwechsel zu üben, das muss nun wirklich besser werden…

Nachdem nun Stephanie, die am gleichen Sonntag in Klagenfurt starten wollte, noch 10 Tage vor dem großen Rennen sich eine dicke Erkältung eingefangen hat, kam nun auch noch diese Sorge dazu – schaffe ich es, gesund zu bleiben? Ich hab es geschafft, keine Erkältung, alles OK und gut trainiert konnte ich nun dem großen Tag entgegen sehen.
In den letzten 3 Wochen vorm Wettkampf habe ich dann auch noch bewusst trainiert, mit Hitze und. schwülem Wetter fertig zu werden, bin in praller Mittagssonne gelaufen oder habe Haus- und Gartenarbeit gemacht - meine Nachbarn erklärten mich für verrückt, aber ein Langdistanz Triathlet ist eh in den Augen vieler Normalbürger verrückt.

Am Freitag, dem 3. Juli ging es dann endlich los. Gemeinsam mit Gero starteten wir gen Frankfurt. Gegen Mittag Ankunft dort, erst einmal einchecken im Christinenhof in Dreieich-Dreieichenhain, einem netten kleinen Ort nahe des Langener Waldsees. Wir waren dort nicht die einzigen Triathleten, Leitgenossen von uns liefen uns über den Weg und somit konnten wir auch gleich Fahrgemeinschaften für den Wettkampfmorgen organisieren.
Nun ging es dann auch gleich gen Frankfurt, um die Startunterlagen im Römer abzuholen. Die Wettkampfbesprechung haben wir verpasst, da wir zuviel Zeit in einem Stau auf der Autobahn verbracht hatten, aber Pia und Tobi , die wir dann bei der Startunterlagenausgabe trafen, kamen direkt von der Wettkampfbesprechung und sie informierten uns über wichtige Dinge.
Pia, leider immer noch nicht ganz genesen von ihrem Magen-Darm-Infekt, war doch sehr traurig, hatte sie sich doch so sehr auf ihren ersten Start bei Ironman gefreut und leider machte der Infekt ihr noch am Freitagnachmittag schwer zu schaffen. Wir haben dann gemeinsam ganz fest die Daumen gedrückt, es waren ja noch 1 ½ Tage bis zum großen Start!

Nachdem wir noch letzte Tipps ausgetauscht hatten, besuchten wir die Triathlonmesse und informierten uns über die Angebote und hielten da und dort kleine Plauschs mit Bekannten und kauften dann doch noch die viel gepriesenen Kompressionsstrümpfe. Keine Experimente auf dem Wettkampf, aber am Tag davor und in der Nacht kann man so was ja vielleicht mal ausprobieren! J - und ich habe es dann am Freitagabend ausprobiert, habe diese hässlichen Dinger angezogen und hatte den Eindruck, dass die Beine und Füße leichter geworden sind, vielleicht Einbildung, aber so manches läuft ja im Kopf ab J

Abends suchten wir dann in Dreieich nach einem Restaurant, wo es Triathletengerechte Nahrung gab. Ich weiß nicht mehr, wie viele Restaurants wir angelaufen sind, alle hatten tolle Gerichte auf der Karte, aber keine Nudeln, oder sonst irgendwas, was verträglich und gut für uns gewesen wäre. Der einzige Italiener vor Ort hatte an dem Abend eine geschlossene Gesellschaft. Also fuhren Gero und ich bis nach Raunheim, um endlich unsere „Speicher“ mit einer großen Portion Nudeln aufzufüllen.

Freitagnacht beschäftigte ich mich dann mental mit dem bevorstehenden Wettkampf und schlief erst sehr spät oder besser früh ein. Samstag durften wir dann noch einmal in Ruhe und ausgiebig frühstücken, danach noch mal ein Bummel in der Stadt über die Triathlon Messe. Mittags haben wir eine Kleinigkeit in der Stadt gegessen, dann ging es ab in die Pension, die Kleiderbeutel für den Wettkampf mussten gepackt werden. Unsere Fahrräder Wettkampf fertig gemacht werden und ab ging es dann zum Langener Waldsee zum „Check In“

Danach noch ein Testschwimmen im See und Einprägen der Schwimmstrecke und ein wenig Relaxen im Schatten am See bis dann Björn und Kirsten uns telefonisch ihre Ankunft verkündet hatten. Sie warteten vor dem Strandbad auf uns. Unsere Fans aus Burgwedel waren nun eingetroffen!!
Martin hatte sein Kommen für Sonntag zum Schwimmstart angekündigt.

Nach einem gemeinsamen Essen, heute nun beim Italiener vor Ort, wieder dicke Nudelportion, sind wir früh zurück in die Pension gefahren und ich habe gegen 23.00 Uhr versucht zu schlafen.
Der Handywecker wurde auf 3.30 Uhr gestellt. Ob ich wohl das Klingeln höre?
Ich glaube, ich habe halbstündig auf mein Handy geschaut, ob es wohl schon Zeit zum Aufstehen ist. Als ich dann endlich mal so richtig fest eingeschlafen war, klingelte mein blödes Handy… 3.30 Uhr grrrrrrr. Schnell unter die Dusche und der Ernst des Tages konnte beginnen.
Auf, auf zum Frühstück, vorher noch schnell mal Gero anrufen, ob er wohl wach geworden ist?
Er war wach, gemeinsam frühstückten wir dann mit den weiteren Aktiven, alle doch sehr schweigsam an diesem Morgen.
Nach 3 Toastbroten mit Honig – super Honig aus unserem schönen AmbergauJ (aus Feldern, Wiese und Wald bei Hary J hatte ich extra noch am Freitag vor unserer Abfahrt beim Imker besorgt ) und 2 Tassen Kaffee (Gerhard hatte mir ja Früchtetee empfohlen, aber ich kann morgens ohne Kaffee nun mal nicht wach werden, sorry, Gerhard, habe hier leider nicht auf dich gehört!) ging es dann auf – Richtung Langener Waldsee.
Gero und ich hatten das große Glück, dass wir mit den anderen Wettkämpfern mitfahren konnten und Geros Auto an der Pension stehen lassen konnten. Björn und Kirsten sollten es dann später, nach dem Schwimmstart holen und nach Frankfurt fahren, damit wir abends nach unserem Finish die Räder beim Check Out dann gleich wieder auf `s Auto laden konnten.

Am Langener Waldsee angekommen, eine super Stimmung morgens in der Früh kurz nach 5.00 Uhr. Neben den 2400 Wettkämpfern waren schon viele Fans auf den Beinen, wie ich später erfuhr, war auch Martin schon zum Schwimmstart rechtzeitig eingetroffen. Leider habe ich ihn erst an der Radstrecke entdeckt.

Als wir dann im Radlager ankamen, um noch mal Luft auf den Reifen nachzufüllen, alles noch mal überprüfen, trafen wir auch sofort Pia. Ich habe mich riesig gefreut, Pia hat sich etwas erholt, sie hat sich für einen Start entschieden. Gemeinsam zitterten wir nun dem Start entgegen. Noch einmal anstellen ans Dixiklo, dann in den Neo zwängen, schnell noch einen ganzen Powerbarriegel essen, dazu trinken und dann aber auch schon Richtung Start bewegen.


Große Überraschung: Karin und Suse waren da, um uns anzufeuern, toll und verrückt, sind sie diese weite Strecke morgens in der Früh von Hildesheim gen Frankfurt gefahren, um uns bereits beim Schwimmstart zu unterstützen. Mädels ihr seid Klasse!
Kurz bevor um 6.45 Uhr die Profis starteten, wurde die Nationalhymne abgespielt, mir wurde dann doch schon ganz mulmig in der Magengegend. Am anderen Ufer wurde ein kleines Feuerwerk abgebrannt. Diese Stimmung – einfach unglaublich – ich kann es nicht beschreiben, man muss so was erleben.
Nun tief durchatmen, ab in den See und in Startposition begeben. Die Minuten werden nun gezählt, nur noch 8 Minuten, nur noch 6, die Masse drängt nach vorn, dann Punkt 7.00 Uhr für ca. 2200 Athleten der Startschuss. Gigantisch! Ich versuchte, einen Weg zu finden, fast unmöglich, es wurde übereinander, untereinander geschwommen, gestoßen, geschubst, nur gut, dass wir Neos trugen, somit merkt man die Stöße nicht so stark, einige blaue Flecken habe ich aber noch einige Tage als Erinnerung an diesen Schwimmstart gehabt .Ist das nun mein Arm, mein Bein oder gehört es dem anderen. Obwohl ich eigentlich eine sichere Schwimmerin bin, habe ich bereits nach den ersten Metern davon geträumt, endlich dem Wasser zu entsteigen. Nach ca. 300 m entspannte sich das Feld, das Schwimmen ging nun recht gut, bis die Wendeboje kam, hier wurde wieder über- und untereinander geschwommen, für uns Bahnenschwimmer ist das schon sehr gewöhnungsbedürftig
Eingezwängt in den Neoprenanzug habe ich auch immer das Gefühl, ganz „dicke“ Arme zu haben, vielleicht lag es aber auch an der Hitze, denn schon morgens in der Früh hatten wir schon 25 Grad C und das Wasser war etwas wärmer als 24 Grad C und die Morgensonne tat sein übriges.
Nach 2000 m Schwimmen im Waldsee mussten wir erst einmal wieder „zu Fuß“ über den Strand, um die restlichen 1800 m in eine andere Richtung zu schwimmen.
Die zweite Strecke lief dann etwas ruhiger ab, es gab nur noch Gedränge an den Wendebojen, ansonsten konnte ich recht ungestört dem Ziel entgegen schwimmen
Die Zeit kam mir allerdings irre lang vor. Als ich dann im Ziel über die Zeiterfassung lief und eine angezeigte Zeit von 1 Std. 29 Minuten sah, war ich total demotiviert
Auf meine eigene Uhr habe ich vor lauter Ärger gar nicht mehr geschaut. Als ich dann aber auf dem Rad saß und mein Blick auf meinen Tacho fiel und ich dann sah, dass es man gerade erst 8. 23 Uhr war, wurde mir erst einmal klar, dass bei der Zeiterfassung ja bereits der 1. Start der Profi Athleten um 6.45 Uhr berücksichtigt wurde, somit konnte ich 15 Minuten abziehen und das bedeutete eine Schwimmzeit von 1 Std. 13 Minuten, besser als vor einem Jahr in Klagenfurt. Das gab mir nun einen Kick und fröhlich gestimmt ging`s nun auf die 180 km Radstrecke.
Die ersten Kilometer waren ganz schön holperig, geflickte Straßen mit vielen Unebenheiten und ich hatte meine Lenkerflasche nicht gut genug befestigt, sie ruckelte und rappelte nur so und das machte mich dermaßen nervös, dass ich kurzer Hand die Flasche in wenigen Minuten ausgetrunken habe und dann bei nächster Gelegenheit in den Straßengraben geschmissen habe. Die 2 Flaschen am Rahmen sollten ja wohl reichen, ausreichende Verpflegungsstellen sollten kommen, wo ich nachfüllen, bzw. austauschen konnte.
Nun ging es mit dem Rad auf einen 2-Rundenkurs durch den Mainz-Kinzig-Kreis und durch die Wetterau. Die Anfeuerung an der Strecke durch das tolle Publikum beflügelte auf der Radstrecke, in den Orten herrschte Volksfeststimmung.
Als erste Herausforderung mussten wir „The Beast“ in Bergen/Enkheim bewältigen.
„The Hell“ in Maintal-Hochstadt mit dem Kopfsteinpflaster – hier hatte ich am meisten Angst vor einer Radpanne – war eine besondere Herausforderung. Aber auch hier peitschten die Menschen in ausgelassener Stimmung uns durch, danach kam dann schon bald der „Hühnerberg“ bei Wachenbuchen. Zur Belohnung folgte dann eine tolle lange Abfahrt.
Partystimmung in all den vielen kleinen Orten, die wir durchfahren mussten, Karben, Großkarben, Rendel, Niederdorfelden , die „Burgmeile“ in Friedberg und „The Health“ in Bad Nauheim. 500.000 Menschen haben diesen „längsten Tag des Jahres 2009„ am Rande des Ironman verfolgt.
Bevor es dann aber in die 2. Radrunde ging musste „Heartbreak Hill“ in Bad Vilbel gepackt werden
Tausende von Zuschauern und eine super tolle Moderation haben mich diese sehr lang gezogene Steigung „hinauf getragen“.
Hier hörte ich in der 1. Radrunde dann auch erstmals, dass ich in der AK 55 führe, ich war happy, aber hatte ja noch mehr als 90 km Rad und den Marathon vor mir.
In Bad Vilbel tauchte dann auch plötzlich Martin auf, Riesenfreude – mein Sohn ist frühmorgens von Braunschweig nach Frankfurt gekommen, um mich den langen Tag als „Fan“ zu begleiten. Martin ist ein Stückchen mitgelaufen, es hat mich beflügelt.

Die erste Radrunde lief super gut, immer wieder hab ich mir Wasser bei den Verpflegungsstellen über den Kopf gegossen, habe regelmäßig Isogetränk zu mir genommen, Salztabletten, ich glaube 6 Stück insgesamt gefuttert und brav meine Powerbarriegel stückchenweise gegessen, furchtbar das Zeugs, aber es musste ja sein…
Meine Gedanken kreisten ab und an bei Stephanie, die ja zeitgleich in Klagenfurt gestartet war: Wo mag sie wohl gerade sein, ob alles OK ist?
Nach 3 Std. 12 Minuten hatte ich die erste Runde geschafft, nun wusste ich was auf mich zukam und ich habe versucht, im gleich bleibenden Tempo auch Runde 2 zu bewältigen.
Bei km 108 hat mich dann Gero überholt, wir sind ein Stückchen gemeinsam gefahren, aber am Hühnerberg hat er mich abgehängt, da hat er wohl ein wenig zu kräftig in die Pedale getreten, denn ca. 20 km vor dem Ziel war ich wieder an ihm ran.
Wir sind dann gemeinsam nach Frankfurt reingefahren, waren zu gleicher Zeit im Radziel. Nun „nur noch“ den Marathon bewältigen und das alles bei über 30 Grad C!
Ich habe nach dem Schuhwechsel leider erst einmal das Dixi Klo aufsuchen müssen, somit habe ich hier beim Wechsel 2-4 Minuten „verschenkt“, aber was sein muss, muss sein
Die erste Laufrunde tat weh, aber wieder war es das tolle Publikum und die tollen Helfer an den Verpflegungsstellen, die den Schmerz vergessen ließen.
Am Ende der 2. Laufrunde begleitete mich dann auch wieder Martin, er munterte mich auf und behauptete, ich sähe doch locker und. gut aus. Na, ob das man stimmt, gefühlt habe ich mich eher tonnenschwer und … ob man nach knapp 200 km Sport in sengender Hitze noch gut aussieht?
Nach der Hälfte der 2. Laufrunde, welch Überraschung, Barbara Moll aus Heidelberg, mal nicht als Triathletin, nein heute mal an der Strecke als Fotografin stand am Mainufer.
Danke Barbara, auch du hast mich motiviert, weiterzulaufen.
Die 3. Runde lief dann wieder etwas „runder“, wenn man das überhaupt noch behaupten kann, ich fühlte mich jedenfalls erst mal wieder etwas besser, vielleicht lag es auch wieder an Martins Motivation oder lag es daran, dass mir Martin zurief, dass Stephanie in Klagenfurt ein super Rennen gemacht hatte und in neuer Bestzeit unter 12 Stunden ins Ziel gekommen ist. Martin stand in ständigem Handy Kontakt mit Katharina, Stephanies Begleitung in Klagenfurt.
Inzwischen hatte ich in der 3. Runde dann auch Gero wieder eingeholt, der arge Muskelprobleme im Oberschenkel hatte und einige Geheinheiten einlegen musste. Wir sind ein Stückchen gemeinsam gelaufen, dann hat Gero wieder angezogen.
Nun ging es in die 4. und letzte Runde, noch gut 10 km oder besser nur noch, denn nur mit solchen Gedankengängen kommt das Ziel näher.
Ich freute mich schon wieder auf Martin, der mich in der letzten Runde dann erwartete, kurz bevor ich mein letztes Bändchen entgegen nehmen durfte und nun mit Bändchen Nr. 4 nur noch ca. 2,5 km vor mir hatte bis zum Ziel.
Inzwischen hatte ich auch wieder mal Gero eingeholt, wir liefen die letzten 2 km zusammen, wobei Gero, dann als es über die Mainbrücke gen Ziel ging, noch mal Tempo machte und eine knappe Minute vor mir im Ziel war.
Die letzten 100 m auf dem roten Teppich bereits im Zielbereich am Römer bin ich dann auch noch mal gesprintet, nichts tat mehr weh und um 20.50Uhr nach 13 Std. 50 Minuten war ich im Ziel. Dieser Zieleinlauf in Frankfurt am Römer – unbeschreiblich, wieder Gänsehaut, Glücksgefühl, unglaublich………



Frankfurt Ironman Europameisterschaft 2009 gefinisht. Martin hat mich im Ziel empfangen, (wie ist er bloß so schnell vom anderen Mainufer hier in den Zielbereich gekommen?)Wir waren happy - super happy.
In keiner Minute während des gesamten Rennens habe ich mich bei der großen Hitze schlecht gefühlt. Vielleicht hat es mich einiges an Zeit gekostet, die Aufnahme von Wasser, Isogetränken, Schwämmen, Eis, Riegel etc. an den Verpflegungsständen , aber ich bin glücklich, gesund und ohne Probleme ins Ziel gekommen zu sein.
Die Organisation, die vielen Helfer in Frankfurt, das super Publikum – es war einfach gigantisch. Nur freundliche Menschen während des gesamten Tages, nur aufmunternde Worte, so macht Sport echt Spaß.
Als ich dann bereits im Athletendorf, welches vor der Paulskirche aufgebaut war, frisch geduscht am umziehen war, hat mich Pia gefunden. Pia ist in einer tollen Zeit von 11 Std. 32 Minuten ins Ziel gekommen und war natürlich schon lange fertig und umgezogen und hat gemeinsam mit ihrer Familie meinen Zieleinlauf gesehen.
Von Pia habe ich dann erfahren, dass ich in der AK 55 gesiegt habe. Ich konnte es kaum fassen.
Platz 1 bedeutet nun auch Qualifikation zur WM in Hawaii 2009 im Oktober.
Nun war ich erst einmal sprachlos. Später beim gemeinsamen Essen mit Gero, Martin, Björn und Kirsten hat mich vor allem Martin dazu überredet, den Slot unbedingt anzunehmen.
Ich konnte ja nur noch eine Nacht drüber schlafen, am nächsten Mittag war dann in der Eissporthalle die Siegerehrung und hier musste ich mich dann endgültig entscheiden.
Eine schlaflose Nacht folgte. Wie entscheide ich mich?
Am nächsten Morgen beim Frühstück haben mich aber auch die Triathlonfreunde, die in unserer Pension gewohnt haben, überredet, unbedingt diesen Startplatz anzunehmen. Ironman Hawaii – der Traum eines jeden Triathleten – diese Gelegenheit muss man wahrnehmen. Und es ist sehr ungewiß, ob ich es noch einmal in meinem doch immerhin schon fast 59 jährigem Leben schaffe.
Nach nochmaliger Rücksprache mit Martin und auch Stephanie, habe ich dann nach der Siegerehrung den Slot angenommen.
Hawaii Oktober 2010 – mein nächstes großes Abenteuer naht!

Wie Schön, das nächste Abenteuer naht?! Ich würde mal behaupten, es ist schon da! Wir sind mittendrin und hier gern wieder mein Aufruf, bleibt am Ball, seid auch mittendrin und mit dabei und verfolgt, was hier im Blog passiert.


In diesem Sinne schon bis ganz bald,
Eure Stephanie

PS: Freut Euch immer montags auf neue Posts / Berichte / Bilder!

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