Was für ein Wochenende! Nur 3 Wochen nach Marlenes sagenhaften IRONMAN Finish in Frankfurt stand am vergangenen Sonntag die Olympische Distanz in Hamburg auf dem Programm. Mit knapp 9000 Startern an einem Wochenende ist dies der größte Jedermann Triathlon der Welt - entsprechend vielversprechend ist die Stimmung an der Strecke und in der gesamten Innenstadt.
Nachdem ich schon am Samstag mit meinen beiden RTL Einsteigern volles Coching-Programm hatte und ab 7 Uhr mit dem Kamera Team zwischen Ballindamm, Alster und Rathausmarkt unterwegs war, haben Marlene und ihr Trainingspartner Gero den Feriensamstag zur "entspannten" Anreise nach Hamburg genutzt. Zwischen 12 und 14 Uhr habe ich 4 x mit Marlene telefoniert, aber viel mehr als 30km hatte sie in der Zeit nicht geschafft - mit dem Rad wäre sie da wohl schneller am Ziel gewesen. Dafür hat sich das lange Staufahren und Sitzen nicht wirklich posititv auf die schon vorher bemerkbaren Rückenschmerzen ausgewirkt. Eher pessimistisch und so gar nicht motiviert, war die doch sonst so sportlich ambitionierte Marlene noch gar nicht überzeugt, ob sie denn am Sonntag überhaupt an den Start gehen sollte. Mit ein bisschen Telefon-Arbeit und etwas mehr Überredungskunst konnte ich den wohl besten Physiotherapeuten und Osteopaten diesseits der Elbe überzeugen, eine Stunde seines kostbaren Wochenendes zu opfern, um Marlene wieder auf den optimistischen Weg zu bringen.
Kaum angekommen in Hamburg hat Jojo - alias Johannes Fetzer - seine heilenden Hände endlich mal bei unserer Frau Mama austoben dürfen - und, sie hat es genossen und war (und ist) überzeugt. Mehrere blockierte Wirbel weniger und wohl wissend, dass sie eine gute Eigendynamik hat, konnte der Wettkampf kommen!
Was konnte diesen überfliegenden Optimismus noch toppen? Wohl nur der monsunartige Regen, der - kaum hatten wir die Praxis an der Alster verlassen - endlich aufhörte! Nun hieß es Daumen drücken, dass die Sonnenstrahlen an der tollen Hansestadt gefallen finden würden und der Sonntag seinem Namen alle Ehre machen würde!
Gut gelaunt und mit einem Lächeln auf dem Gesicht konnten wir nun die Startunterlagen für den folgenden Tag abholen und später beim Pasta-Essen im Vapiano war sogar schon ein bisschen Vorfreude und Euphorie für den Wettkampf zu erkennen. Fehlte zu guter Letzt nur noch ein Glässchen Wein - mmhh, lecker Pfirsich-fruchtig, in der Tapas Bar und alles würde seinen Weg gehen.
Hui, war das früh am Sonntagmorgen! Nicht ganz ausgeschlafen, aber doch hellwach, machten wir uns nach schneller Dusche und kurzem Frühstück (Toast mit Honig und Marmelade) mit den Räder auf Richtung City, auf in Richtung Wechselzone zum Einchecken. Die Rückenschmerzen waren nicht wirklich weg, aber erträglich - komisch waren nur die Pusteln an Marlenes Rücken, die wohl sehr jucken mußten, ehrlich gesagt auch sehr komisch aussahen, in der Eile hatte ich es als allergische Reaktion auf das Massageäl vom Vortag oder vielleicht auch als Reaktionen von einem Insektenstich diagnostiziert. So schlimm konnte es schon nicht sein - aber dazu später mehr!
Zum Einchecken mußte ich dann Marlene und Gero mal ein wenig unbeobachtet lassen - meine Vereinskollegen und Mitstreiter wollten auch ein wenig Support an der Strecke genießen. Ich war mir aber sicher, dass Einrichten der Wechselzone schaffen die zwei problemlos allein ;-)
Kurz vorm Start haben wir uns wieder getroffen. Wie gut, trotz tausender Starter findet man sich doch immer! Etwas aufgeregt, wie immer, dafür neu und zum ersten Mal schon direkt mit Radtrikot unter dem Neo, half ich bei den letzten Neo-Anzieh-Minuten. Noch schnell die Kappe auf den Kopf und schon wurde die Startgruppe auf den Ponton gerufen... Ach, hatte ich schon erwähnt, dass es die starken Sonnenstrahlen kurz vor dem Start schafften, den leicht bewölkten Himmel aufzureißen! Triathlon in Hamburg und strahlend blauer Himmel über der Alster - was kann es Schöneres geben?
Während Marlene sich in der braunen Alsterbrühe Meter um Meter voran kämpfte, nutze ich die Zeit bis zum Ausstieg mir eine ordentliche "braune Brühe" zum Wach werden zu gönnen! Auch wenn ich doch ein wenig neidisch war, hier nicht am Start zu sein, fand ich die Minuten mit dem Kaffee in der Hand und der Sonne im Gesicht einfach fantastisch :-) Aber soviel Zeit hat mir Marlene gar nicht gelassen: knappe 29 min im Wasser, das war schon mal ordentlich! Sichtlich optimistisch und gut gelaunt ging es in die Kilometerlange Wechselzone. GEro folgte nur wenige Minuten später.
Ich hatte nun 40km lang Zeit, meine ganze Energie für den Triabolos-Support (mein Triathlon Verein) einzusetzen - da waren schon einige Raketen auf dem Rad unterwegs! Dann ging es aber auch Schlag auf Schlag und schon kam Gero, dicht gefolgt von Marlene wieder zurück in die Wechselzone. Während Gero noch die Dixiklos auf Funktionalität überprüfen wollte, hatte Marlene schon ratz-fatz die Laufschuh an und war unterwegs Richtung Außen-Alster. Mit einem hervorragenden 30er Schnitt hat sie eine Hammer Rad-Zeit hingelegt, die Zeit läßt sich schon sehen. Da ist von IRONMAN Regeneration nicht viel zu sehen...
Auf der Laufstrecke wurde es dann - fast ein bisschen erwartet - hart. Nachdem die Rückenschmerzen einige Tage zuvor nach einem langen Lauf zum ersten Mal aufgetreten waren, konnte man schon fast erahnen, dass es hier nun auch nicht ohne Zimperlein voran gehen würde. Bei bestem Wetter und angenehmen 22 Grad hat Marlene dann die Aussicht auf die Außen-Alster aber nur ein paar Minuten länger als üblich genossen und die Rückenschmerzen, die sie zwar sehr beeinträchtig haben, so lange es ging ignoriert! Hut ab: Schmerzen haben und dann ohne murren den Wettkampf beenden! Das ist bestes Kopftraining für den langen Tag in Kona. Nach 3:02,09 Std. - nur ein wenig langsamer als beim Debüt auf dieser Hamburger Strecke vor 2 Jahren - hat Marlene so kurz nach dem IRONMAN ein tolles Rennen gemacht!
Aber was hat es denn nun mit den Rückenschmerzen auf sich? Die Rückfahrt am Sonntagabend haben diese dann noch verstärkt und auch das Sitzen war alles andere als angenehm. Als dann am Montagmorgen der Ausschlag auch eher mehr als weniger geworden ist, ging es dann doch endlich zum Arzt. Mir ist dann fast der Kaffee aus der Hand gefallen, als ich gehört habe, dass die Rückenschmerzen gar nichts mit der Muskulatur zu tun haben und die Pusteln auch keine Allergie sind: Gürtelrose war die Diagnose!! Während andere mit der Krankheit kaum aus dem Bett kommen und sich wenig bis gar nicht bewegen können, absolviert unsere Frau Mama einen hervorragenden Triathlon und wird dazu noch 4. bei den 55 - 59jährigen! Wow! Herzlichen Glückwunsch!
Nun, ist aber wirklich erst mal Pause (zumindest für eine gute Woche), gesund werden und Erholen auf dem Programm, damit dann der Vorbereitung für Hawaii nichts mehr im Wege steht!
Eine tolle Woche und beste Grüße aus der Elbmetropole,
Eure Stephanie
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen