Sonntag, 20. September 2009

Der Countdown läuft...



Herrje, wie die Zeit vergeht! Nun sind es noch genau 20 Tage bis zum Race-Day auf Hawaii und die Zeit fliegt nur so dahin. Bei bestem Spätsommerwetter sind zum Glück die Bedingungen für letzte Test-Läufe und die letzten harten Trainingswochen geradezu ideal - also, kein Grund für Ausreden. Aber von Beginn!


Nachdem der Maschseetriathlon dem ersten Regenwochenende und den kühlen Temperaturen zum Opfer gefallen ist, folgte in der vergangenen Woche am Freitagabend der Nachtlauf in Hannover. Um 22 Uhr fiel der Startschuss und - obwohl anfangs auch arge Motivationsprobleme so spät überhaupt noch zu starten - hat Marlene dann mit einer Super-Zeit von 54 min. den 3. Platz in der AK 55 belegt! Da sag noch mal jemand, das Laufen wäre nicht so ihr Ding!! Das war dann wohl auch ein wenig Initialzündung in Sachen Motivation für die dann folgende umfangreiche Trainingswoche:


Ein knappes 20 Std. Programm waren für diese gerade endende Woche angepeilt - dabei viele Radkilometer, aber auch Laufen, Laufen und nochmal laufen!


Der Montag - noch frisch und leicht regnerisch - startet mit einer langen Laufeinheit: 2,5 Stunden durch den Ambergau. Ich selbst bin ja immer schnell gelangweilt, wenn ich solch lange Einheiten nur durch Feld und Wiesen laufen muss - wie spannend ist es da um Alster oder Stadtpark in Hamburg zu laufen, dabei Jogger, Lustwandler und andere komische Figuren zu beobachten. Also, umso mehr Respekt vor diesem monotonen Training - aber auch das ist die beste Voraussetzung für das Rennen auf Hawaii, bei dem Marlene sich Stundenlang allein mit der Natur begnügen muss. Ich schätze mal ein klein bisschen andere Natur als im Ambergau - also dann doch eine Abwechselung ;-)


Dienstag: Endlich sollte Marlenes Rad mal richtig gecheckt und aufgearbeitet werden. Dazu muss man sagen, dass Marlenes Stevens Aspin in der Triathlon Szene fast scon ein bisschen Nostalgie Charme hat. Bei der Material-Schlacht, die dort teilweise in der Wechselzone herscht und in Hawaii nicht anders sein wird, sticht das Aspin durch einfache, aber erstklassige Eleganz hervor. Kein Schnick-Schnack wie Aerolenker oder Matrix-Laufräder. Klar, tolles neues Material macht nicht immer schneller, aber man fühlt sich besser und es gibt Selbstvertrauen! ABER: Das nun 6 Jahre alte Aspin von Marlene ist nun rundum erneuert und - da bin ich mir sicher - ist zuverlässig! Oli - einem meiner Vereinskollegen - sei Dank! Und wie sich das dann nach der ersten Ausfahrt von Marlene mit neuer Kette, neuer Kassette und umgedrehter Lenkerstütze anhört, hat sie voller Begeisterung später in einer Mail geschickt:


"Und schon eigenartig, da hat der Oli etwas fertig bekommen, was die Profis aus Hildesheim und Hannover behauptet haben, es ginge nicht. Seit dem Umbau auf die Kompaktkurbel hatte ich bei einem Gang, dem kleinsten auf dem großen Blatt Probleme, es ratschte dann immer und ich musste zurückschalten oder gleich auf das kleine Blatt. Auf Nachfrage wurde mir immer wieder gesagt, damit müsse ich halt leben, müsse diesen Gang halt überspringen, das wäre so, wenn man ein Rad mit Kompaktkurbel umrüstet und auch mit dem Triathlonlenker hatte ich die Auskunft erhalten, dass da nichts machbar ist mit höher legen."


Aber damit war der Ausflug nach Hamburg noch nicht zu Ende. Während Oli also das Rad einmal auseinander gebaut hat und dann wieder zusammen, habe ich Mama mal mit zu unserem Lauf-Intervall Training auf die Jahnkampfbahn im Stadtpark genommen. Intervall stand eh auf ihrem Plan, also dann doch gern mal in der Gruppe udn auch noch mit Trainer an der Bahn! Es startet - für mich wie immer - mit 2,5 km Einlaufen und einem umfangreichen Lauf-ABC. Sina - unsere Trainerin - staunte nicht schlecht: Trotz reiferem Alter und zum ersten Mal beim Trainingsabend dabei, fielen Marlene die Skippings, Hopserläufe, Seitwärtsläufe und Koordinationsübungen überhaupt nicht schwer - im Gegenteil: zum Teil sogar in der Koordination ausgereifter als die vermeintlich alten Hasen ;-) Unsere Mama eben! Es folgte der Intervallblock mit 5 x 1200m (also 3 Runden auf der Bahn) und jeweils einer lockeren Entspannungsrunde als Pause. Etwas langsamer als Wettkampftempo. Bei mir war es - wie immer - eher schneller als Wettkampftempo, ich lass mich das gern von der männlichen Konkurrenz ein wenig anschupsen und mitziehen. Marlene dagegen blieb voll im Soll und hat sehr gleichmäßig ihre Runden gezogen. Bravo!

Danach ging's für sie mit gefühlt neuem Rad wieder gen Heimat.

Am Mittwoch folgte direkt die erste Testfahrt mit dem Aspin und Gero - Das Aspin ist ihr Rad, Gero ihr altbewährter Trainingspartner ;-) Nachdem ich letztens nach der Aussage: "Ich geh mit Lisi Rad fahren" gefragt wurde, ob ich mein Rad Lisi getauft habe, kläre ich das hier lieber noch einmal ganz ordentlich auf.
Nachdem diese Fahrt - überwiegend in Aeroposition wie auf dem Foto - und perfektem Schaltgefühl verlief, war der Weg frei für die lange Ausfahrt am Donnerstag. 6 Stunden standen da im Trainingsplan. Auch das für mich wieder weniger eine Frage des körperlichen durch stehens, denn viel mehr eine Frage der Pyschologie. 6 Stunden - in Worten sechs - allein - und das war das, was mich immer wieder verwundert - auf dem Rad! Ich fahre auch im Training 5 und 6 Stunden, aber allein würde mich die lange Weile vorher zum Umdrehen zwingen! Aber auch hier ist es wieder die beste Vorbereitung für Hawaii, wo Marlene auch viele Stunden mit sich selbst beschäftigt sein wird und der Support an der Strecke nicht immer so lautstark wie in Frankfurt sein wird!
Aber auch da wird es wieder etwas anderes sein: Im Wettkampf ist man die gesamte Zeit damit befasst zu überlegen, wann ich wieder esse, wann war die letzte Salztabelette, wieviel muss ich noch trinken. Im Training schweifen die Gedanken mehr ab, man ist nicht so konzentriert - ich bin weniger konzentriert - und das macht es für mich häufg langweiliger! Also, ganz große Klasse und mein größter Respekt vor diesen einsamen Trainigsstunden.
Der Freitag hat seinem Namen alle Ehre geboten und war frei :-)
Na, doch nciht so ganz, denn es ging mit Martin nach Offenburg zu einer Bädermesse Paradiso, wo wieder einmal der Pool mit Gegenstromanlage ausgestellt und vorgeführt wurde. Das Rad blieb zu Haus, dafür waren Schwimmanzug und Laufschuhe im Gepäck.
Der gestrige Samstag war dann mit 1,5 Stunden Laufen durch Offenburg und 1 Stunde Schwimmen im Pool auch schon fast was für die Entspannung.
Hier einmal die vergangene Woche im Überblick:
Montag: 2,5 Std. Laufen
Dienstag: 2 Std. Intervall-Läufe
Mittwoch: 3 Std. oder 74km Rad fahren
Donnerstag: 6 Std. oder 144 km Rad fahren
Freitag: frei
Samstag: 1,5 Sd. Laufen und 1 Std. Pool
Die Sonne lacht, die Luft wird gerade wärmer, also auch für die Zeit nun endlich raus auf's Rad. Aber es geht weiter, ganz bald an dieser Stelle. Eine harte Trainingswoche folgt noch, bevor es langsam weniger wird und die direkte Taperphase für Hawaii beginnt.
Sonnigeste Grüße aus dem Norden,
Eure Stephanie

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