Sonntag, 4. Oktober 2009

Von defekten Flugzeugen, einem neuen Mützentrend und Wasserschildkröten


Das die Anreise kein Zuckerschlecken werden würde, dass hatte ich geahnt, dass es aber schon so früh einen solchen Lauf nehmen würde, daran hatte ich nie gedacht. Planmäßig bin ich mit Manu - eine Hamburger Freundin in ebenfalls Hawaii Racerin, ihrem Freund Leif und anderen Hawaii-Motivierten in Hamburg gestartet. Kaum in Frankfurt zum Zwischenstopp gelandet und gerade das Handy wieder aktiviert, ging die SMS-Flut auf mich ein: "Wir sitzen noch in Hannover, der Flieger ist defekt, wir können nicht starten!" Hui, dachte ich, man gut, dass Martin mit dabei ist und Marlene nicht allein den Akt der Umbuchung machen muss. Aber - ein wenig überraschend - war Mama beim kurzen Telefonat komplett entspannt: "Alles gut, wir fliegen später, ab Frankfurt über San Francisco, schlafen dort und sind dann Samstag Mittag in Kona - sagst Du bitte Hannes Bescheid, dass wir dann auch abgeholt werden!" Sehr fein - da war also trotz flügellahmer Lufthansa Maschine alles im Lack!

Ich machte mich, also erst einmal allein auf den Weg - allein, nein, nicht wirklich - ab Frankfurt war der Flieger voll mit fröstelnden Triathleten. Tiefgekühlt, fast schockgefroren, saßen die meisten von ihnen, inklusive mir, mit Mütze oder Kapuze, um der luftigen Klimaanlage Herr zu werden. Sommerurlaub hatte ich mir anders vorgestellt. Mein Kopf war zwischenzeitlich so kalt, dass ich bereute, keine Skimütze dabei zu haben. Die Stewardessen vermuteten sicher eine neue Art der Schweinegrippe, die so bekämpft werden sollte. Wer rechnet schon mit so immunschwachen Hochleistungs-Sportlern?

Bei Marlene und Martin im Flieger muss es ähnlich gewesen sein - Martin packte auch voller Stolz seinen Kapuzenpulli aus, der seine Dienste geleistet hatte.
Während die beiden gerade in San Francisco landeten, wurden unzählige Triathleten aus unserer Maschine aus L.A. vom Hannes Hawaii Empfangskomitee in Kona herzlichst begrüßt.
Mit Blumen-Lays, gekühlten Getränken und Sandwiches wurden wir fürstlich versorgt - das Beste was einem nach 26 Stunden Flug passieren konnte. Danach ging es in die verschiedenen Hotels.


Es gab doch noch etwas besseres nach diesem Flug: Das Bett im Royal Seacliff! Und nach 7 Stunden gesundem Schlaf ohne Klimaanlage, das Rauschen des Pazifiks im Hintergrund, dann der Sonnenaufgang direkt vor unserem Balkon.



Welch ein Traum für einen 3. Oktober!



Nach kurzem Koffer auspacken, Rad klar machen und einem Rest-Sandwich vom Flughafen gings für mich schon einmal an den Pier - Wasser, Wellen und Fische testen. Mir wurde vorher ja schon so einiges erzählt, aber was ich dann schon nach den ersten 20m im Wasser alles gesehen hatte - ich hatte schon fast geglaubt, die vielen kleinen bunten Fischchen gab es nur im Comic. Gelb, Rot-Schwarz, Metallic-Blau, Schwarz-Weiß-Rot, Schwarz-Gelb, Silber-Blau - eigentlich keine Fischfarbe, die nicht dabei war. Und, ich konnte es kaum glauben, eine ca. 50cm große Wasserschildkröte schwamm sehlenruhig unter uns weg. Bei so viel "Tief-Sehen" hatte ich manchmal fast das Atmen vergessen und mir fiel es schwer, bei den leichten bis mitteleren Wellengang auf die Bojen zu achten - das könnte ja was werden, wenn ich hier am kommenden Samstag starten müßte. Hoffentlich verstecken sich die armen kleinen Meeresbewohner rechtzeitig, damit sie nicht für ein komplettes Schwimmchaos sorgen.


Während im Wasser die Zeit wie im Flug verging, war es bei Marlene und Martin tatsächlich der Flug, der endlich verging. Nach kurzer Shuttlefahrt im überfüllten Kleinbus - nein nicht Hannes war schuld, eher 3 übermütige Shopper, die nicht in der Lage waren ihre Einkäufe bis zum Hotel zu tragen. Jep, ich war auch dabei und heilfroh, dass uns der Reiseveranstalter aus dieser Misere half. So hatte ich dann auch erste Gelegenheit Marlene und Martin zu begrüßen. Frisch und Munter nach der entspannten Nacht im Hotel in San Francisco wäre Marlene gern sogar shcon heute mit auf eine Schnorcheltour gegangen. Wir konnten sie erst einmal vom einfachen ankommen überzeugen.
Statt dessen ging es erneut ans Rad aufbauen und auf zur ersten winzig kleinen Testfahrt. Es sah fast so aus wie hier auf dem Balkon.
Die Laufräder haben es zum Glück auch nach Kona geschafft. Dies war nur der Versuch eines Trockenrennens ;-)
Inzwischen hat auch Marlene die ersten wichtigen Punkte hier gesichtet:
Pier und Schwimmstart: Schön, aber ganz schön hohe Wellen!
Radstrecke: 1800m in die Höhe - das wird kein Zucker schlecken...
Laufstrecke: Das ist ja ganz schön bergig, dabei hat sie das schwierigste Stück, das Energy Lab noch gar nicht gesehen.
Na, dass das hier leicht werden würde, davon hat keiner geredet.... Aber es wird, im Wettkamof dann ersr recht!!
So, bevor ich mir nun Streichhölzer für meine müden Augen holen muss, sende ich schon einmal sonnige Grüße vom Big Island
Aloha, Eure Stephanie

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